Ab dem 13. Dezember gibt es den Flexpreis auch am Bahnschalter nur noch als personalisiertes, digitales Ticket. Immerhin: Smartphone und E-Mail-Adresse brauchst du dafür nicht. Doch eine Sache geht dann nicht mehr: die Fahrkarte einfach weitergeben.
Wer seine Fahrkarte bisher am Schalter gekauft, bar bezahlt und in die Jackentasche gesteckt hat, muss sich umstellen. Ab dem 13. Dezember 2026, dem Tag des Fahrplanwechsels, gibt die Deutsche Bahn auch in ihren Reisezentren den Flexpreis nur noch als personalisiertes, digitales Ticket aus. Das hat der Konzern in seinem Newsblog angekündigt.
Name ja, Handy nein
Beim Kauf nennst du künftig den Vor- und Nachnamen des Reisenden. Mehr nicht. Eine E-Mail-Adresse ist laut Bahn nicht nötig. Ein Smartphone auch nicht. Wer das Ticket lieber auf Papier in der Hand hält, bekommt es am Schalter weiterhin ausgedruckt. Digital heißt hier also vor allem: Das Ticket liegt im System der Bahn und ist einer bestimmten Person zugeordnet.
Betroffen ist nach Angaben der Bahn aber nur ein kleiner Teil der Fahrgäste. Demnach werden schon heute mehr als 99 Prozent der Flexpreis-Tickets digital und personalisiert ausgestellt. Überprüfen lässt sich diese Angabe für uns aber nicht. Wer online oder im DB Navigator bucht, merkt also nichts. Bei Spar- und Super-Sparpreisen hat die Bahn den gleichen Schritt bereits im Oktober 2023 vollzogen. Jetzt folgt der Flexpreis.
Der Haken: Weitergeben geht nicht mehr
Das eigentlich Relevante steht nicht in der Mitteilung. Ein Ticket mit Namen gilt nur für genau diese Person. Bisher konntest du eine am Schalter gekaufte Flexpreis-Fahrkarte einfach weiterreichen. An den Kollegen. An die Tochter. An den Nachbarn. Das ist ab Dezember vorbei. Bist du verhindert, kannst du nicht einfach jemand anderen in den Zug setzen, sondern musst stornieren, zu den dann geltenden Bedingungen. Immerhin: Bei einem Flexpreis ist das nicht problematisch. Bei der Kontrolle kann das Zugpersonal außerdem einen Ausweis verlangen. Den solltest du also dabeihaben.
Verschenken geht trotzdem. Du musst beim Kauf nur den Namen der Person angeben, die tatsächlich fährt. Oder du gehst zu einem Automaten. „Am Fahrkartenautomaten sind weiterhin Flexpreis-Fahrkarten erhältlich, in der Regel werden sie dort ohne Namensangabe als klassische Automatenprodukte angeboten“, teilte eine Sprecherin der Deutschen Bahn auf Anfrage von inside digital mit.
Die Bahn begründet den Schritt mit papierlosem Reisen, Services rund um die Fahrt und dem Schutz vor Ticketverlust. Das ist nicht falsch. Ein verlorenes anonymes Papierticket war bisher schlicht weg. Die Kehrseite: Bei jedem Flexpreis weiß die Bahn künftig, wer fährt. Ein anonymes Einzelticket für den Fernverkehr gibt es am Schalter dann nicht mehr.
Für die meisten ändert sich also wenig. Wer aber bewusst am Schalter gekauft hat, um keine Daten zu hinterlassen, oder Tickets gern weitergegeben hat, verliert genau diese Freiheit.
Außerdem: Monatskarten werden günstiger, Gruppen zahlen anders
Ab dem 21. Oktober kosten Monatskarten im Fernverkehr 25 Prozent weniger. Das gilt für Monatskarten und Schülermonatskarten ohne Abo. Ein Abo gibt es für Streckenzeitkarten künftig überhaupt nicht mehr. Die Bahn schreibt, bisherige Abokunden führen damit genauso günstig, viele sogar günstiger. Prüfen lässt sich das nur Strecke für Strecke. Ein echter Vorteil: Wer einen Monat Urlaub hat, kauft einfach keine Karte und zahlt nichts.
Bei Gruppenreisen kannst du den Sparpreis Gruppe jetzt auch online 14 Tage kostenlos und unverbindlich reservieren. Stornieren geht künftig bis einen Tag vor dem ersten Geltungstag statt bis sieben Tage vorher. Gleichzeitig ändert sich das Entgelt für Umtausch und Erstattung: Statt 19 Euro pro Buchung werden 10 Euro pro Person und Buchung fällig. Springt nur einer ab, wird es günstiger. Fällt die ganze Fahrt ins Wasser, wird es teurer. Eine Gruppe aus sechs Personen zahlt dann 60 Euro statt 19 Euro.
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